Online-Information zu allen Fragen der Berufsberatung

Die Information 4.0 begann für die schweizerische Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) bereits vor über 20 Jahren. Kurz nach der Öffnung des World Wide Web für das breite Publikum in der Schweiz wurde Mitte der 90er Jahre der Domain-Name berufsberatung.ch reserviert und eine erste Website aufgeschaltet. Inzwischen ist berufsberatung.ch zum Flaggschiff der Kantone geworden, informiert dreisprachig über alle Fragestellungen der BSLB und wird seit der Gründung des SDBB aus einer Hand geführt.

Eine Erfolgsgeschichte des Föderalismus

Dass die Website berufsberatung.ch eine gemeinsame Informationsplattform aller Kantone geworden ist, war nicht schon in ihrem Ursprung angelegt. Jeder Kanton verfolgte zu Beginn der Internet-Nutzung seine eigene Strategie. Diverse erste kantonale Websites sind entstanden, aus Ressourcengründen stiessen sie allerdings rasch an Grenzen. Zudem reifte nach der Internet-Pionierzeit die Einsicht, dass gerade über den Online-Medienkanal alle Kantone auf dieselben Informationen angewiesen sind: Berufe, Lehrstellen, Aus- und Weiterbildungen. Die Lehrstellenkrise in der zweiten Hälfte der 90er Jahre verlieh dem Portal den nötigen Schub. Mit dem Lehrstellenbeschluss lancierte der Bund ein Investitionsprogramm, um der grossen Nachfrage nach offenen Lehrstellen und dem knappen Angebot zu begegnen.

Es sollte sich als nachhaltige Investition erweisen und war der Startschuss zur nationalen Informationsdrehscheibe für die Berufsberatung. Die Kantone zusammen mit dem Schweizerischen Verband für Berufsberatung SVB und dem damaligen SFIB (heute Educa) bauten mit den Bundesmitteln ein Portal auf mit dem Ziel, den Ratsuchenden ein Selbstinformationsangebot im Internet und den Fachleuten ein Instrument zur Unterstützung der Beratung in die Hand zu geben.

Das Projekt blieb nicht unbeobachtet. berufsberatung.ch erhielt 2006 den Prix "Excellence in der öffentlichen Verwaltung" in der Kategorie "Interkantonale Zusammenarbeit" für die Vielseitigkeit des Angebots in allen drei Sprachregionen. Die Jury war beeindruckt "von der gesamtschweizerischen Ausrichtung des Portals. Keine Selbstverständlichkeit für die Berufs- und Laufbahnberatung, da in diesem Bereich die Zuständigkeit bei den einzelnen Kantonen liegt".

Von drei Sites unter einem Dach zum dreisprachigen Portal

Die erste Phase von berufsberatung.ch war geprägt von sprachregional unterschiedlichen Ausrichtungen. Die Kantone der lateinischen Schweiz haben von Beginn weg auf interkantonale Koordination und fachliche Zusammenarbeit gesetzt. In der Deutschschweiz war der Weg zur Kooperation steiniger. Die KBSB hat es schliesslich geschafft, nach dem Auslaufen der Lehrstellenbeschluss-Gelder des Bundes 2003 einen Finanzierungsschlüssel für alle Kantone festzuschreiben. Mit dem SVB, der CIDOSP und dem SFIB waren drei operative Zentren gemeinsam verantwortlich für die Site.

Mit der Gründung des SDBB 2007 hat berufsberatung.ch seine Heimat gefunden. Sowohl Steuerung, Finanzierung wie auch die operative Umsetzung erfolgen seither aus einer Hand.

Entwicklung in Etappen

Die Entwicklung von berufsberatung.ch verläuft in mehreren Etappen. Nach der ersten Website 1996 mit den Adressen der Berufsberatungsstellen als hauptsächlichem Inhalt entstehen mit der zweiten Site ab 1998 erste Datenbanken für Berufe, Lehrstellen und Ausbildungen.

Die erste Website geht 1996 online

Die zweite Version 1998 mit Datenbanken zu Berufen und Lehrstellen


Die dritte Version gewinnt am Swiss Web Award nach der Lancierung 2004 gleich zwei Auszeichnungen als beste Site im Bereich "Public Affairs" und für ihre "Usability" (Nutzerfreundlichkeit).

Diese Site hat Bestand bis 2016 und wird laufend angereichert mit Inhalten und Funktionalitäten: Die separat geführte Weiterbildungsdatenbank WAB wird integriert, die Chancen-Heftreihe wird mit einem crossmedialen Online-Teil erweitert, die Information über die Hochschullandschaft bringt den Online-Studienführer, das Lehrstellen-Suchabo bringt Pushfunktionalität, mit dem Forum kommt die Möglichkeit, sich online mit Fachleuten der Berufsberatung auszutauschen, mit myBerufswahl, einer Anwendung für die Berufswahlvorbereitung, kommt das interaktive Prozesswerkzeug. Zudem werden laufend neue Themen aufgeschaltet mit dem Ziel, für jede Frage der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, die sich mit Information beantworten lässt, Inhalte bereitzustellen.

Das dritte Portal erfolgreich online von 2004 - 2016


Im 2016 kann das SDBB schliesslich die vierte und aktuelle Version aufschalten. Das neue Portal ist erstmals konsequent dreisprachig aufgebaut mit jeweils identischer Navigationsstruktur und weitgehend identischen Inhalten in Deutsch, Französisch und Italienisch. Dazu kommen Zusatzinformationen zu den Berufen der Grundbildung in Rätoromanisch und Überblicksinformationen in mehreren Migrationssprachen.

Das neue Portal erlaubt es den Kantonen, mit ihren eigenen, lokal spezifischen Inhalten präsent zu sein und wird damit ganz konkret zum nationalen Portal der Kantone. Es ist responsiv angelegt und ermöglicht die optimierte Nutzung auch auf Smartphones und Tablets.

Die aktuelle Website online seit Juni 2016

Redaktion mit rund 200 Fachleuten

Die Online-Information wird von einem Team im SDBB mit rund 800 Stellenprozenten geführt. Es sorgt für die technische Umsetzung, für Support und Betrieb sowie für das Inhaltsmanagement. Die Inhalte werden zusammen mit rund 200 Informationsspezialisten der kantonalen Stellen der BSLB erstellt und laufend aktuell gehalten. Das Portal kostet pro Jahr rund 3,5 Millionen Franken. Davon fliessen 1,1 Millionen zurück an die Kantone für ihre redaktionellen Leistungen. Das Portal wird zu gleichen Teilen durch die Kantone und den Bund (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI) finanziert.

Mediale Herausforderung

Nutzung auf verschiedenen Geräten

Der Trend ist klar, Information wird immer mehr nur noch online nachgefragt. Zurzeit besuchen rund 400‘000 Nutzende jeden Monat die Website, Tendenz steigend. Und es werden immer mehr, die die Inhalte nur noch über Smartphones nachfragen.

Die zentrale Herausforderung der Zukunft wird sein, die Information flexibel den Nutzungsgewohnheiten der Ratsuchenden anzupassen, sie offen, für die Nutzenden kostenlos und neutral zur Verfügung zu stellen; dies in einem Online-Markt, der immer schneller mit neuen Business-Modellen aufwartet und sich aller greifbaren Informationen bedient.