Datenmanagement Berufsbildung

Mit verschiedenen Dienstleistungen unterstützt das SDBB seit seiner Gründung die Kantone beim Austausch von Daten der beruflichen Grundbildung (untereinander und mit Verbundpartnern).
2012 hat das SDBB diese Aktivitäten im Dienstleistungsbereich "Datenmanagement Berufsbildung" zusammengefasst mit dem Ziel, sie bei entsprechendem Bedarf der Kantone gezielt weiterentwickeln und ausbauen zu können.
Das Ziel der Aktivitäten ist es, den Datenaustausch unter den Partnern zu erleichtern und dessen Qualität zu erhöhen. Dabei ist das SDBB entsprechend den Aufgaben der Kantone nicht in der Bildung selbst, sondern im Hintergrund aktiv. Zurzeit bietet es zwei Dienstleistungen in diesem Bereich an:

DBLAP2

Auf DBLAP2 stellen die Kantone die Daten von Lehrverhältnissen für die betriebliche und überbetriebliche Ausbildung und für die Qualifikationsverfahren bereit. Damit planen die folgenden Partner ihre Aktivitäten in der Ausbildung und im Qualifikationsverfahren: ausbildende Unternehmen und Anbieter schulisch organisierter Grundbildung, Veranstalter von überbetrieblichen Kursen sowie Prüfungsorgane. Im Gegenzug übermitteln sie den Kantonen die betrieblichen und überbetrieblichen Qualifikationsergebnisse (Noten) der Lernenden.

Heute wird DBLAP2 für die kaufmännische Grundbildung und die Berufe des Detailhandels eingesetzt. Ca. 25'000 Benutzer bearbeiten die Daten von 55'000 Lernenden aus 19'000 ausbildenden Unternehmen und Schulen aus allen Kantonen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein.

DBLAP2 wurde ab 2010 aufgebaut und ersetzt seit 2012 die Vorgängeranwendung DBLAP, die aus einer Initiative der OdA für die Reform der kaufmännischen Grundbildung 2003 entstand. Die ursprüngliche Absicht der Kantone, DBLAP2 auf weitere Berufe auszudehnen, konnte noch nicht verwirklicht werden.

Das SDBB optimiert und erneuert DBLAP2 kontinuierlich, mit dem Ziel, die Aufgaben der Kantone und die Zusammenarbeit der Verbundpartner mit einem stabilen und effizienten Werkzeug zu unterstützen. Dass es dabei auf gutem Weg ist, zeigt eine 2015 durchgeführte umfassende Benutzerbefragung.

Datenaustauschrichtlinien / Verzeichnisse Berufsbildung

Im Auftrag der SBBK und unterstützt durch deren Subkommission Datenaustausch entwickelt das SDBB die Datenaustauschrichtlinien der Kantone für die berufliche Grundbildung kontinuierlich weiter. Zudem führt es verschiedene Listen und Verzeichnisse, die den Datenaustausch unterstützen.

Nicht nur eine Erfolgsgeschichte

Die letzten 10 Jahre in diesem Dienstleistungsbereich sind nicht nur eine Erfolgsgeschichte.

Ab 2009 hat das SDBB im Auftrag des SBFI den Kantonen eine Fallführungslösung für das Case Management Berufsbildung (CM-Online) angeboten. Diese Dienstleistung musste 2016 eingestellt werden, da die heterogenen Bedürfnisse der Kantone mit einer standardisierten Lösung nicht genügend abgedeckt werden konnten. An die Stelle von CM-Online sind Ersatzlösungen in Verantwortung der einzelnen Kantone getreten.

Ein weiteres grosses und zentrales Vorhaben der Kantone - eine zentrale Datenaustauschplattform für die Berufsbildung  - konnte nicht umgesetzt werden. Nachdem das ursprüngliche Vorhaben 2011 abgebrochen werden musste, erhielt das SDBB die Gelegenheit, mit Kantonen und Verbundpartnern einen alternativen Vorschlag zu entwerfen, der 2013 der SBBK übergeben wurde und dort seither als Programm unter dem Namen optima weitergeführt wird. Das SDBB spielt zurzeit keine aktive Rolle, ist aber bereit, weitere Dienstleistungen in diesem Bereich aufzubauen, falls diese von den Kantonen benötigt werden.

Was kommt noch?

Zurzeit plant das SDBB im Auftrag der SBBK, an der Schnittstelle zwischen Berufsbildung und Berufsberatung eine Anwendung für das Bereitstellen der offenen Lehrstellen aufzubauen. Während heute ausschliesslich die Kantone Lehrstellen anliefern oder pflegen, sollen national tätige Unternehmen ihre Lehrstellen künftig selber zentral pflegen können.

Das derart entstehende zentrale Verzeichnis der offenen Lehrstellen soll berufsberatung.ch, der BIZ-App, anderen Angeboten der Kantone und der OdA sowie - nach Massgabe der Kantone - Dritten für die Publikation der offenen Lehrstellen zur Verfügung gestellt werden. Damit wollen die Kantone unabhängig von der konjunkturellen Situation zu einem funktionierenden und stabilen Lehrstellenmarkt beitragen.